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Schritt für Schritt ins Neue

Das neue Jahr bringt immer einen Neuanfang mit sich – die Idee eines neuen Starts. Jeder ist zwischen Vorbereitungen, Plänen und, nun ja, Veränderungen hin- und hergerissen. Das neue Jahr hat etwas an sich, das uns hoffen lässt, dass wir uns wirklich verändern und zu der Version unserer selbst werden können, die wir schon immer sein wollten. Doch diese Veränderung kommt nicht immer von selbst.

Wie oft hast du in den vergangenen Jahren versucht, dich zu verändern, und wie oft ist dir das tatsächlich gelungen? Ob es nun um große oder kleinere Aspekte des Lebens geht – egal, wie oft wir es versuchen, manchmal funktioniert es einfach nicht.

Wenn du dich jemals gefragt hast, warum das bei den meisten von uns so ist, ist die Antwort vielleicht einfacher, als du denkst. Veränderungen bedeuten für unser Gehirn großes Unbehagen. Als verhaltens- und gewohnheitsgeprägte Wesen sind wir an das gewöhnt, was wir kennen, und selbst kleine Veränderungen können Widerstand auslösen.

Wenn du große Pläne für 2026 hast und versuchst, diese mit einem einzigen großen Sprung zu erreichen, wirst du höchstwahrscheinlich keinen Erfolg haben. Das Unbehagen wird zu groß sein, und die Angst wird dich aufhalten. 

Wie können wir also unsere großen Ziele tatsächlich erreichen?

Große Ziele bestehen aus kleinen Schritten – kleinen Schritten, die unserem Gehirn mit der Zeit vertraut werden und uns Schritt für Schritt unseren Zielen näherbringen. Wenn dein Ziel beispielsweise darin besteht, bis zum Ende des Jahres eine neue Sprache zu lernen, könnte ein erster Schritt sein, gelegentlich das Audio deiner Filme auf diese Sprache umzustellen. Oder wenn du regelmäßig ins Fitnessstudio gehen möchtest, ist es eine gute Idee, zunächst mit einfachen Übungen zu Hause zu beginnen. Diese Schritte bewusst durchzudenken und sie an deine eigenen Gewohnheiten anzupassen, ist der Schlüssel, um deinen Zielen tatsächlich näher zu kommen.

Die Jahreslosung für dieses Jahr finde ich sehr passend zu diesem Wunsch, sich mit dem neuen Jahr zu verändern und seine Ziele zu erreichen.

In der Offenbarung 21,5 steht es geschrieben: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“.

Das ist die Einladung, die Gott uns in diesem Jahr ausspricht – ein Versprechen der Erneuerung und des Neuanfangs. Diese hoffnungsvollen Worte erinnern uns daran, dass wir in unserem Kampf gegen alte Gewohnheiten nicht allein sind, obwohl es uns manchmal so scheint. In diesem Jahr scheint Gott sogar den ersten Schritt auf uns zuzumachen. Er möchte helfen, Er wird uns auf jedem Schritt des Weges begleiten und Er erinnert uns daran, keine Angst zu haben, denn Er verspricht, alles neu zu machen.

Doch die nächsten Schritte müssen wir selbst gehen. Wir müssen uns entscheiden, weiter voranzugehen und diese Schritte auch konsequent umzusetzen. Jemand hat einmal gesagt, wenn man versucht, einen Bus zu erreichen – eine Situation, in der ich mich oft befinde –, dann betet man, ihn zu erreichen, und rennt gleichzeitig so schnell man kann. Man kann nicht nur beten und dann keine Anstrengung unternehmen. Und wenn man so schnell wie möglich rennt, betet und den Bus trotzdem verpasst, dann war es vielleicht einfach nicht der richtige Bus.

Gleich wie in dieser Situation kann es uns passieren, dass uns nicht alles gelingt, was wir für das neue Jahr vornehmen. Aber am Ende dieser Reise mit Ihm wartet das „neue Ich“ auf uns. Und wenn man ein Ziel trotz aller Anstrengungen nicht erreicht, dann war es vielleicht einfach nicht Teil dessen, was dieses neue Ich sein sollte.

Und während wir über Ziele, neue Pläne und Routinen sprechen, möchte ich jeden dazu ermutigen, noch eine kleine Gewohnheit zu seinem Alltag zu addieren: sich jeden Abend einen kleinen Moment Zeit zu nehmen, um über die kleinen schönen Dinge des Tages nachzudenken, Gott dafür zu danken und ein Gebet für den kommenden Tag mitzugeben. Wenn Gott jeden Schritt unseres Weges mit uns geht, dann ist dies eine Möglichkeit, wie auch wir mit Ihm gehen können.

Am Ende erinnert uns dieses neue Jahr daran, dass Veränderung kein einmaliger Entschluss ist, sondern ein Weg aus vielen kleinen, bewussten Schritten. Mit Geduld, Vertrauen und der Bereitschaft, jeden Tag neu anzufangen, können wir wachsen und – auch wenn nicht jeder Plan sofort erreichbar ist – näher zu dem Menschen kommen, der wir werden dürfen.

Und so gehen wir diesem neuen Jahr entgegen: nicht ohne Zweifel, aber mit Mut, mit Glauben und mit der Zuversicht, dass Gott alles neu macht.

 

 

Maria Bucur